Was machen unsere Ex-Spieler in anderen Klubs, Ligen etc.?

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      martinec schrieb:

      München verfügt über eine bärenstarke Mannschaft. Das Erringen der deutschen Meisterschaft ist die einzig logische Konsequenz. In meiner Wahrnehmung steht diese aber nur auf dem Papier. Emotional kann ich darin keinen sichtbaren Wert erkennen. Der vom Megasponsor Red Bull schrankenlos gepushte EHC ist kein Gewinn für die Eishockeykultur.
      Mir als Wahl-Münchner wäre es auch lieber, wenn nicht Red Bull hinter dem Erfolg des EHC stehen würde. Ohne diesen Großsponsor stünde München wahrscheinlich irgendwo im Mittelfeld der DEL. So ist der "Sport" heutzutage. Das Eisstadion, hier kann man wie in Kaufbeuren noch von einem echten Eisstadion sprechen, war auch nicht immer ausverkauft.
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      @ Ben Rubin

      Meines Erachtens bezieht der Sport seine Identität aus der Mischung von Freude und Niedergeschlagenheit, Sieg und Niederlage, Jubel und Tränen. Über allem thronende Organisationen, die dies kaum noch zulassen, sind in meinen Augen aber keine Bereicherung für eine Sportkultur, die davon lebt, dass alles möglich ist, dass etwas schiefgehen und gelingen kann. Das aber macht in meinen Augen den Charme und die Leidenschaft des Eishockey aus.

      Ein gigantisch hochgerüstetes Gebilde wie der EHC Red Bull München weckt in mir keine Emotionen und keine Leidenschaft. Deshalb fehlt mir auch der Respekt vor einer Leistung, die bei isolierter Betrachtung uneingeschränkt sichtbar ist. Fraglos sind Organisationen wie die Adler und die Eisbären ebenfalls in diesem Bereich anzusiedeln. In München kommt halt noch dazu, dass zum einen mit Red Bull ein Unternehmen am Werk ist, das sich selbst ausschließlich als Nummer eins definiert, und dass zum anderen in der Stadt München nichts zählt als die Meisterschaft.

      Und an dieser Stelle fängt mein Problem an. Ich betone mein Problem. Das kann jeder sehen wie er möchte. Jedesmal aber, wenn in München etwas von unten aufgebaut wurde und man anfing, das gar nicht unsympathisch zu finden, traten dort nach meiner Wahrnehmung diejenigen auf, denen es nicht hoch genug hinausgehen konnte und die dann diesen charmanten Aspekt des Eishockeys, auch des Münchner Eishockeys, mit der Wurzel ausgerissen haben. Ende der Sechziger wollte der FC Bayern München die Welt erobern. Drei Jahre später wurde die Eishockeyabteilung samt Spielern und Ausrüstung nach Augsburg verhökert. 1980 stiegen der steinreiche Unternehmer Alexander Merkl und dann auch noch der Großsponsor Roland Holly ein, um Meister zu werden. Zwei Jahre später war der EHC 70 mausetot. Pleite vor der Aufstiegsrunde. Vom Spielbetrieb abgemeldet. Nach dem Aufbau von unten kam der florierende EC Hedos in die Hände von Eberhard Jülicher, der sie zur Meisterschaft und in den Ruin führte. 2002 gingen dann die Barons unter, 2012 stand der EHC einen Tag vor der Insolvenz, ehe Red Bull kam, das nun mit Geld aus dem Boden stampft, was an der Isar offensichtlich aus dem Boden gestampft werden muss.

      Wenn nur die Meisterschaft zählt, dann ist das nicht meine Eishockeywelt. Und wenn nur noch ganz wenige oder sogar nur noch einer wirklich Meister werden kann, dann ist das noch weniger meine Welt. Man kann das jetzt nennen wie man möchte. Vielleicht auch Eishockeykultur. Der Begriff selber tut nichts zur Sache. Und sehen kann das jeder, wie er es möchte.
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      Grundsätzlich hat Martinec schon recht, aber solange es Leute gibt, die Geld haben wie Heu, und damit (untere anderem) Eishockey unterstützen und finanzieren, ist das in erster Linie positiv für das deutsche Eishockey. Und das du in München keinen Sport betreiben kannst, ohne irgendwann nach der Meisterkrone zu greifen, ist nix neues, wie du ja schön aufgezählt hast. Aber: die Leute in der Vergangenheit haben meiner Meinung aber offensichtlich irgendwann die Lust am Eishockey verloren, oder das Draufzahlgeschäft unterschätzt. Mir persönlich ist aber keine Mateschitzliebhaberei bekannt, an der er irgendwann das Interesse verloren hätte, und deswegen in den Ruin hat treiben lassen. Und wenn RB nicht die Nr. 1 ist, wer dann ?
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      Da hast Du natürlich recht. Mateschitz besitzt Geld und Durchhaltevermögen. Er wird das Münchner Eishockey nicht fallenlassen, zumal es für ihn zuallererst ein Investitionsobjekt ist. Und damit macht er es zu seinem Werkzeug. Er gibt von seinem Reichtum ab, um zu investieren. Dadurch wird der EHC Red Bull München reicher und stärker. Vielleicht ist es der Lauf der Dinge, dass der Sport zunehmend zum Spielball wirtschaftlicher Strategien wird. Wirklichkeit, wenn man so möchte. Eine Bereicherung für den Sport ist die "Unbesiegbarkeit" weniger nach meinem Dafürhalten aber nicht. Vielmehr eine Verarmung.